Der Verein Seiltänzer e.V. wurde von der Familie Meinhardt ins Leben gerufen. Nachdem der jüngere Sohn im Alter von 14 Jahren die Diagnose „Krebs“ erhielt, befanden sich sowohl Alexander als auch sein Umfeld in genau der Situation, dass alle Familienmitglieder ihr inneres Gleichgewicht finden und halten mussten.

 Während des Leidenswegs wurde allen, aber besonders dem erkrankten Alexander, bewusst, wie wichtig es war, dass alle Familienmitglieder genau dabei Hilfe erhalten würden. Ihm war sehr klar, dass eine gewisse mentale Stärke nicht nur das Wichtigste, sondern auch das Schwierigste war, das es zu erlangen galt.

Oft leben Menschen nach dem Grundsatz „mir wird das schon nicht passieren“ und so rechnen sie nicht damit, dass auch sie plötzlich in eine Situation geraten könnten, die sie so sehr aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Besonders das Auftreten einer möglicherweise tödlichen Krankheit im engsten Familienkreis ist nun mal kein Umstand, auf den man sich so vorbereitet, dass man im Fall der Fälle gewappnet ist. Der Umgang damit ist äußerst schwierig und vor allem ist man von all den Aufgaben und notwendigerweise vor einem liegenden Schritten so eingenommen, dass man die eigene psychische Stabilität leicht außer Acht lässt. Diese ist aber gerade bei den begleitenden Menschen am Wichtigsten. Um genau diesen Fokus wieder zu erlangen, ist eine psychoonkologische Betreuung unentbehrlich.


Alexander hatte genau das erkannt und rief somit die „Aktion Alex“ ins Leben. Diese sollte eine Betreuung von allen Betroffenen ermöglichen und weiter unterstützen. Als er und seine Familie absehen konnten, dass Alexander den Kampf gegen die Krankheit doch verlieren würde, war es ihm besonders wichtig, dass Menschen mit einem ähnlichen Leidensweg auch in Zukunft die Unterstützung bekommen würden, die ihm und seinen Angehörigen trotz allem sehr geholfen hatte. 
Kurz bevor er den Kampf verlieren würde, sagte er seinem älteren Bruder, dass er Angst davor habe, in Vergessenheit zu geraten und dieser versprach ihm daraufhin: „ich mache Dich berühmt“!
 Es hätte also keine bessere Möglichkeit gegeben, dies zu verwirklichen, als das Versprechen mit dem Wunsch von Betreuung anderer Betroffener zu verbinden. Als die Frage nach dem Namen des Vereins aufkam, war es den Initiatoren wichtig, dass zum einen der Stellenwert des inneren Gleichgewichts fühlbar würde. Zum anderen sollte verdeutlicht werden, dass die unsicheren Prognosen bezüglich einer Heilung einen sehr wackeligen Tanz auf einem dünnen Seil bedeuten. Jeder Schritt könnte einer sein, der den Patienten näher zum rettenden Ufer der Gesundung bringt. Genauso könnte aber auch jeder falsche Schritt einen Sturz in den Abgrund bedeuten. 
Somit lag der Name des Vereins auf der Hand und der Verein „Seiltänzer e. V.“ war geboren.